John Rambo

John Rambo ist zurück. Nach dem erfolgreichen Comeback Sylvester Stallones als “Rocky Balboa” wagt er sich nach 20 Jahren wieder in seine Paraderolle. Diesmal überlässt er aber nichts dem Zufall - und übernimmt gleich mehrere Aufgaben. So schrieb Stallone zusammen mit Art Monterastelli das Skript, nahm auf dem Regiestuhl Platz, hielt in wichtigen Szenen des Films die Kamera drauf und, natürlich, übernahm die Hauptrolle.
Inhalt:
Den Vietnam-Veteran John Rambo hat es nach Thailand gezogen, wo er sein Brot als Bootskapitän und Schlangenfänger verdient. Eines Tages kreuzt eine Gruppe amerikanischer Missionare und Ärzte um Sarah Miller (Julie Benz) und Dr. Burnett (Paul Schulze) bei ihm auf mit dem Wunsch, dass er sie in das Bürgerkriegsland Birma bringt. Er erkennt die Gefahr der Reise und lässt sich nur widerwillig überreden. Schon auf dem Weg nach Birma werden sie von Rebellen bedroht, die Sarah Miller vergewaltigen wollen. Um sie zu retten, muss John Rambo die Rebellen töten. Dies führt zu einer großen Ablehnung bei den Missionaren. Aus diesem Grund wollen diese die Rückreise alleine antreten und schicken Rambo wieder zurück nach Thailand. Dort erfährt er von einem Pastor, dass jeglicher Kontakt zu der Gruppe nach Birma abgebrochen sei. Auf Bitten des Geistlichen bringt John Rambo eine Gruppe Söldner nach Birma, um die Missionare zu retten.
In dem Bürgerkriegsland finden sie das Dorf, in dem die Missionare tätig werden sollten. Es ist von Soldaten der Regierung niedergebrannt und alle Bewohner kaltblütig ermordet wurden. Sie entdecken so zum Beispiel aufgespießte Leichen, geschändete Frauen und erschossene Kinder. Sie finden außerdem heraus, dass die Hilfsaktivisten noch am Leben sind. Gemeinsam mit Rambo planen die Söldner eine Befreiungsaktion aus dem Lager der Soldaten.
Die Gruppe setzt sich eine Zeitspanne von 15 Minuten, um die Amerikaner zu befreien. Rambo schafft es in dieser Zeit jedoch nicht, Sarah Miller zu dem vereinbarten Punkt zu bringen. So müssen sich er, die hübsche Missionarin und der Scharfschütze der Truppe, School-Boy (Matthew Marsden), alleine durch den birmanesischen Dschungel durchschlagen. Der andere Teil der Söldner wird indes am nächsten Tag von den Soldaten der Militärregierung wieder gefangen genommen. Kurz vor deren Exekution können Rambo und School-Boy sie retten. Es kommt zu einem blutigen Kampf auf Leben und Tod, an dessen Ende der birmanesische General von Rambo ermordet wird.
Mit Hilfe von Sarah Miller besinnt sich Rambo auf seine Wurzeln. Er kehrt zurück in die USA auf die Farm seiner Eltern.

Meine Meinung:
John Rambo. Allein dieser Name weckt große Kindheitserinnerungen. Sylvester Stallone gelingt es mit diesem Sequel, genau diese Erinnerungen wieder wach zu rufen. Der Abschluss der Rambo-Quadrologie ist genau wie seine Vorgänger ein schnörkelloser Action-Film mit geradliniger, roher Ich-haue-Dir-auf-die-Fresse-Gewalt. Diesmal gelingt es Stallone jedoch, die Gewaltorgie mit einer Prise Tiefgang zu mixen.
Die Geschichte ist angesiedelt in Birma. In diesem Land herrscht seit über 60 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Soldaten der Regierungstruppen führen in den Dörfern des Landes riesige Massaker durch, vergewaltigen junge Mädchen, erschießen kleine Kinder, verbrennen Menschen bei lebendigen Leib und nehmen junge Männer gefangen. Diese Männer werden später in grausamen Spielen ermordet. Stallone, der die Idee, Rambo 4 im Irak anzusiedeln, stets ablehnte, entschied sich nicht ohne Hintergedanken für dieses Land. Sicherlich wäre es hämisch zu behaupten, Stallone hat bewusst einen Film gedreht, der dem reichen Westen die Missstände in Birma aufzeigt. Aber als positiver Nebeneffekt bleibt diese Tatsache dem Zuschauer hängen. Rambo 4 zeigt somit, dass solche Themen auch bewusst härter angegangen werden können, um Menschen wachzurütteln. Dass notorische Pazifisten hier laut aufschreien, interessiert da wohl niemanden. Übrigens wurden zum Teil Verwandte der Schauspieler in Birma wegen des Films verhaftet…
Überraschen tut Rambo 4 aber auch neben dem mit den Vorgängern verglichenen großen Tiefgang mit einer spannenden Story und guten Darstellern. Sicherlich kann man kein Oscar für das beste Drehbuch verlangen, aber das erwartet bei diesem Film ja auch niemand. Kleinere Lücken in der Story (warum wollen die naiven Missionare ohne jeglichen Schutz nach Birma?) werden durch die brachiale Gewalt bei weitem übertüncht. Fast 250 Body-Counts sprechen für sich. Wann hat man zuletzt in einem Mainstream-Action-Film so viel Blut und herumfliegende Körperteile gesehen? Stallone gibt den Fans einfach das was sie wollen.
Nicht zu kurz kommt der Sound des Films. Bei den Explosionen denkt man, die Boxen würden gleich zerspringen. So eine gute Tonmischung habe ich selten erlebt. Dazu kommt der Score von Brian Tyler, der sich bewusst zurückhält, aber die intensiven Bilder gekonnt in Szene setzt.
Mein Fazit:
John Rambo ist geil. Selten ist mein Action-Herz in der Vergangenheit so verwöhnt wurden wie beim Anblick des Abschlusses der Rambo-Quadrologie. Spätestens wenn Sly am Ende des Films an einem MG steht und ununterbrochen birmanesische Soldaten niedermetzelt könnte man weinen, weil Sylvester Stallone es schafft, endlich mal wieder einen Action-Film ins Kino zu bringen in der Tradition der großen Action-Filme der 80er und 90er. Brachial, heroisch mit einer Portion Ironie. Danke, Herr Stallone für dieses Vergnügen. (8,5/10)
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