Untraceable

Das Internet. Fluch oder Segen für unsere Zivilisation? Über diese Frage könnte man hunderte Doktor-Arbeiten anfertigen. Fest steht, dass das weltweite Netz nicht nur benutzt wird, um Menschen zu verbinden, Kommunikation zu erleichtern, die Wirtschaft zu stärken oder neue Märkte zu eröffnen - man muss gar nicht lange suchen, und man findet die ekelhaftesten Sachen wie Bilder und Videos von realer Gewalt, Vergewaltigungen oder Kinderpornografie. Die negativen Seiten des Internets nimmt sich der Thriller Untraceable vor.
Jennifer Marsh (Diane Lane) arbeitet beim FBI und ist zuständig für das Ressort Internetkriminalität. Als sie eines Tages den Link zur Überprüfung der Seite KillWithMe.com erhält, ahnt sie nicht, wie sich fortan ihr Leben ändern wird. Zu sehen ist dort ein Live-Stream von einer Katze. Daran scheint vordergründig nichts Unnormales zu sein, doch je mehr Klicks die Homepage bekommt, desto schneller wird diese Katze ermordet. Jennifer ist geschockt, doch ihre Vorgesetzten wollen vorerst nichts unternehmen, solange nur Tiere auf dieser Seite sterben. Umso größer ist das Entsetzen aller, als einige Tage später auf dieser Seite ein Mann zu sehen ist. Nach einer Pressekonferenz bekommt die Welt Wind von KillWithMe.com und die enorme Klick-Wut sorgt für einen schnellen Tod des Opfers. Die Ermittler jedoch tappen im Dunkeln. Eine Sonderkommission um Jennifer, Detective Eric Box (Billy Burke) und Agent Griffin Dowd (Colin Hanks) soll den oder die Täter so schnell wie möglich ausfindig machen, um weitere Opfer zu verhindern.
Interessante Gefilde also, in die sich der Film da wagt. Dabei fühlt sich Untraceable stetig an wie eine Mischung aus Saw und Kriminalfilm. Das soll jetzt obligatorische Saw-Hasser nicht abschrecken. Vielmehr ist die Mischung perfekt abgestimmt zwischen perfiden Tötungsmaschinen und Ermittlerarbeit. Von beiden nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Ein Hauptproblem hat der Film aber, der ihn leider in die Mittelmäßigkeit abrutschen lässt: Drehbuchschwächen. So wird die Identität des Mörders viel zu früh gelöst, was dem Kriminalanteil des Films ab der Hälfte der Laufzeit uninteressant macht. Auch sind viele Dinge einfach zu vorhersehbar. Bei vielen Reviews zu Untraceable viel hier das passende Wort Genreklischees.
Dank sehr guter Schauspieler können einige Schwächen des Skripts jedoch überspielt werden. Diane Lane, die nach ihrer Oscar-Nominierung für Gone Baby Gone schwer beschäftigt ist (erst kürzlich gesehen in Jumper), spielt souverän und trägt den Thriller mit Leichtigkeit. Ihre sympathische Art und intensive Spielkraft gibt der Figur Jennifer Marsh schon früh ein markantes Gesicht. Auch Colin Hanks (King Kong) überzeugt als dümmlicher Ermittler und Computer-Nerd. Seine Figur ist es, die den Film in einer besonderen Art und Weise auflockert. Regisseur Gregory Hoblit spult letztendlich sein Programm auch routiniert herunter und drückt dem Film noch seinen Stempel auf.
Mein Fazit:
Untraceable ist ein interesannter Thriller mit sehr guten Darstellern, der auf Grund von Drehbuchschwächen jedoch ab der zweiten Hälfte des Films stark abnimmt. Seine Thematik verdankt der Film, dass man auch im Nachhinein noch über ihn nachdenken und sprechen wird. Gerade deshalb ist er dann doch empfehlenswert, vielleicht nicht unbedingt im Kino, aber auf DVD. (6,5/10)
Rating: 









BLOGSPIEGEl:
Equilibrium: 7/10
Symparanekronemoi: 6/10
MoviezKult: 6/10
Durchschnittwertung: 6,3/10


[…] Die (abweichende) Meinung Kaltduschers zum Film findet ihr hier. […]